Feb 27

Smartphone Apps lesen SMS Nachrichten

Vor einigen Tagen kochte in vielen Onlinepublikationen das Thema „Apps laden ungefragt persönliche Daten vom Smartphone zum Anbieter hoch“ auf. Meiner Meinung nach wird dort zu sehr auf den App-Entwicklern herumgehackt, jedenfalls bezogen auf Android Apps, wie es unter iOS aussieht, kann ich mangels Gerät nicht sagen. Allerdings wurden bei einigen Artikeln, die man so liest, wenig zwischen iOS Apps und Andoid Apps unterschieden.

Das Problem

Worum es im Prinzip geht, ist recht schnell erklärt. Viele Smartphone Apps wollen zu viele Zugriffrechte auf dem Smartphone haben. So wollen manche Apps etwa auf das komplette Adressbuch zugreifen, manche auf geschriebene bzw. empfangene Kurznachrichten. Jedoch gibt es auch Apps, die möchten gerne selbst Kurznachrichten verschicken, was dementsprechend Kosten für den Nutzer zur Folge hat.

Worauf die einzelnen Apps Zugriff haben möchten

Die englischsprachige Internetseite ZDNet hat einen Beitrag zur Problematik geschrieben und darin eine Übersicht über einige Apps gegeben. Dabei fällt auf, dass viele Apps Zugriff auf den Standort und den Telefonstatus haben wollen.

Wozu der Zugriff auf den Telefonstatus nötig ist, ist nicht auf den ersten Block ersichtlich. jedoch ist erst durch diese Funktion möglich, zu erkennen, ob gerade ein Telefonat geführt wird. Man stelle sich vor eine App läuft einfach (mit Bild und Ton) weiter während ein Anruf eingeht. Damit genau dies nicht passiert, ist der Zugriff auf den Telefonstatus nötig.

Wozu allerdings die Facebook-App Zugriff auf die SMS Funktion des Smartphones haben möchte, weiss Facebook wohl selbst nicht, jedenfalls wenn man dem Beitrag auf ZDNet glaubt:

Facebook said that lots of communications apps use these permissions, and the application technically has the capability to integrate with the phone’s SMS system, but added that it is for testing purposes.

Soso, für „testing purposes“, ausserdem machen es ja viele andere auch.

Einen Dienst, den ich gern nutze ist Foursquare. Natürlich habe ich die App auch auf meinem Android Smartphone installiert. Diese greift, auch wenn es nicht in dem ZDNet Beitrag steht, auf das Adressbuch zu, jedoch nur, wenn man die Funktion „Freunde finden“ nutzt, wozu man aber nicht gezwungen wird.

Die Lösung

Was kann man nun dagegen tun, dass Apps zu viele Daten sammeln? Das einfachste ist wohl, diese Apps einfach nicht zu nutzen, jedoch installieren viele wohl einfach die Apps ohne zu lesen, was diese eigentlich tun. Unter Android muss vor der Installation einer App explizit den gewünschten Rechten zugestimmt werden. Jedoch scheint dies von vielen einfach nur abgenickt zu werden, somit brauchen diese Leute sich nicht zu wundern, wenn ihre Daten zu irgendwelchen Diensten übertragen wird. Dass viele Dienste damit nicht genutzt werden können, muss der User wohl in Kauf nehmen.
Ich für meinen Teil finde es nicht gut, dass viele Entwickler „mitnehmen, was geht“, denn wer liest schon die Berechtigungen?! Daher gilt hier ganz klar der Spruch: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Ein wenig nachdenken schadet in dem Fall einfach nicht, man sollte sich vielleicht vor der Installation gedanken machen, welche Rechte wirklich notwendig sind, oder installiert ihr wahllos Apps und schaut nachher welche Funktion diese haben? Einfach die entsprechenden Apps deinstallieren und die Dienste nichtmehr oder anders nutzen ist wohl der einfachste Weg. Seit die Facebook-App Zugriff auf die Kurznachrichten haben möchte, habe ich sie deinstalliert und nutze Facebook über den Browser. Wenn es alle so machen würden, würde Facebook diese „for testing purposes“ Funktion wohl ganz schnell wieder entfernen.

Soweit meine Meinung zum Thema, schreibt Eure doch als Kommentar.

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